Xing oder LinkedIn — was nützt in der Schweiz mehr?
Aktualisiert:
Kurz gesagt
Für die Schweiz nützt LinkedIn mehr, und der Abstand ist grösser, als die meisten vermuten. Am 25. August 2026 wies Xing für den Standort Zürich gut fünftausend Stellen aus, für Lausanne 42 und für Lugano 11; LinkedIn zeigte für dieselben drei Städte über neunundzwanzigtausend, über elftausend und 963. Xing ist ein Angebot für den deutschsprachigen Raum und sagt das selbst: «21 Mio. XING Mitglieder in D-A-CH». In der Deutschschweiz ist Xing damit ein brauchbares Zweitprofil, in der Romandie und im Tessin praktisch nichts. Stand: 25. August 2026.
Wen wählen?
Bei Xing endet es beim Inserat. Bei uns fängt es dort an: aus derselben Ausschreibung entstehen Lebenslauf, Motivationsschreiben, der Check dagegen und der Eintrag im RAV-Nachweis.
Nimm Xing, wenn
Xing — im deutschsprachigen Raum verankert, für DACH-Kontakte und Firmen, die dort ihr Profil pflegen.
Deutschsprachiges Netzwerk — für DE, AT und CH; in der Schweiz deutlich dünner besetzt als LinkedIn, aber bei deutschen Arbeitgebern präsent.
Für Bewerbungen nach Deutschland — wer aus der Schweiz nach DE oder AT schaut, findet dort Arbeitgeber, die auf LinkedIn dünner vertreten sind.
Nimm LinkedIn Jobs, wenn
Netzwerk statt Formular — das Profil ist die Bewerbung, «Open to work» meldet Verfügbarkeit an Recruiter, und manche Stellen stehen nirgends sonst.
Kader und international — am stärksten bei internationalen Firmen und Führungsrollen, dünn bei Handwerk, Pflege und Verkauf.
Nimm SwissJobs.app, wenn
Die Stelle direkt auswählen — Wir führen den Stellenindex selbst. Der Inseratstext ist bereits drin, und alles Weitere entsteht gegen genau diesen Text — kein Suchen, kein Kopieren, kein Einfügen.
Vier Werkzeuge statt einem — Lebenslauf, Motivationsschreiben zum selben Inserat, CV-Check gegen dieses Inserat und Interviewvorbereitung — aus einem Konto und mit denselben Daten.
Das RAV-Formular — Die Arbeitsbemühungen werden aus deinem Bewerbungstracker gefüllt und als offizielles SECO-Blatt ausgedruckt. Kein anderes Werkzeug in diesem Vergleich hat das.
Word-Export ohne Wasserzeichen — PDF und DOCX, beide sauber. Viele Anbieter geben im Gratisplan nur eine Textdatei heraus oder setzen ein Wasserzeichen aufs Dokument.
Anfangen ohne Konto — Die Werkzeuge öffnen ohne Anmeldung. Nach dem Konto gefragt wird beim Speichern und ab dem zweiten Dokument — der erste Download geht ohne.
Die Schweizer Jobportale auf einen Blick
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Die Frage stellt sich fast immer aus derselben Situation heraus: Jemand hat ein Xing-Profil, weil es in Deutschland dazugehörte oder weil es vor zehn Jahren jeder hatte, und fragt sich, ob er es für die Schweizer Stellensuche pflegen soll. Die Antwort hängt weniger an den Funktionen der beiden Netzwerke als daran, wo in der Schweiz du suchst und in welcher Sprache dein Beruf ausgeschrieben wird.
Darum steht unten keine Einschätzung, sondern eine Abfrage. Wir haben am 25. August 2026 auf beiden Plattformen dieselben Schweizer Städte eingegeben, die Treffer notiert, einzelne Inserate geöffnet und nachgesehen, woher sie stammen. Alles ohne Konto sichtbar, alles nachprüfbar — und in einem Punkt überraschend, weil Xing auch dort schwach ist, wo man es nicht erwartet.
Abfrage der öffentlichen Xing-Stellensuche ohne Konto, je ein Standort, Zahl aus der Zeile «Jobs gefunden». Die Reihenfolge fällt genau an der Sprachgrenze ab.
- Abgefragt am 25. August 2026, beide Plattformen ohne Konto, dieselben Städte am selben Tag.
- Xing-Treffer: Zürich gut fünftausend, Basel knapp zweitausendsiebenhundert, Bern gut neunzehnhundert, Luzern knapp vierzehnhundert, Winterthur und St. Gallen je gut tausend — dann Genf 125, Neuchâtel 53, Lausanne 42, Sion 15, Lugano 11. Die exakten Werte stehen in der Grafik.
- LinkedIn-Treffer am selben Tag: Zürich über neunundzwanzigtausend, Basel über fünfundzwanzigtausend, Bern über zweiundzwanzigtausend, Lausanne über elftausend, Genf über fünftausend, Lugano 963.
- Standort «Schweiz» bringt auf Xing eine Liste mit Stellen in Hamburg, Berlin, Wien und Villach in Euro — die Landessuche funktioniert für die Schweiz nicht, die Städtesuche schon.
- xing.com/fr und xing.com/it leiten auf die englische Startseite um; Xing gibt es auf Deutsch und Englisch, LinkedIn auch auf Französisch und Italienisch.
- Xing über sich selbst: «21 Mio. XING Mitglieder in D-A-CH», «21 Millionen Talente im deutschsprachigen Raum». LinkedIn über sich selbst: «more than 1 billion members in more than 200 countries».
- Von den Bewerbungslinks der Xing-Ergebnislisten führten in Zürich 13 von 15, bei den Pflegestellen 14 von 15 und in Genf 19 von 19 auf eine fremde Seite weiter, mehrere davon offen als «Externes Job-Angebot. Von einem Partner.» beschriftet.
- Die Frankenbeträge auf Xing sind eine «Gehalts-Prognose» — in der Legende: «Geschätztes Durchschnitts-Gehalt für vergleichbare Positionen», nicht die Angabe des Arbeitgebers.
- In unserem Inseratebestand führt kein Bewerbungslink zu Xing und gerundet null Prozent zu LinkedIn; gut 38 Prozent zeigen auf eine .ch-Adresse.
- 18,9 Prozent der einem Kanton zuordenbaren Inserate liegen in GE, VD, TI, NE oder JU — mit Wallis und Freiburg 24,7 Prozent.
Funktionsvergleich
| Funktion | SwissJobs.app | ||
|---|---|---|---|
| Schweizer Stellen | Ja | Ja | Ja |
| Alle 26 Kantone | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | Ja |
| Suche ohne Konto | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | Ja |
| Job-Alarm per E-Mail | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | Ja |
| KI-Abgleich mit deinem Profil | Nein | Ja | Ja |
| Aus dem Inserat direkt einen CV erzeugen | Nein | nicht ausgewiesen | Ja |
| Motivationsschreiben zum Inserat | Nein | nicht ausgewiesen | Ja |
| CV-Check gegen dieses Inserat | Nein | nicht ausgewiesen | Ja |
| Bewerbungstracker | Nein | nicht ausgewiesen | Ja |
| RAV-Formular Arbeitsbemühungen (SECO) | Nein | nicht ausgewiesen | Ja |
| Stellen mit wenigen Bewerbern sichtbar | nicht ausgewiesen | Ja | Ja |
| Kostenlos nutzbar | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | Ja |
| Sprachen der Oberfläche | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | DE / EN / FR / IT |
| In der Schweiz gebaut | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | Ja |
Stand 4. September 2026. «nicht ausgewiesen» heisst: auf der Anbieterseite nicht lesbar — nicht «gibt es nicht». Unsere Angaben stammen aus dem Code (lib/stripe/trialConfig.ts) und dem live durchlaufenen Ablauf, nicht aus Marketingtexten.
Preise nebeneinander
| Was du zahlst | SwissJobs.app | ||
|---|---|---|---|
| StellensucheDie Suche ist bei uns nicht Teil des Abos. Bezahlt werden die Werkzeuge danach. | Gratis für Stellensuchende | Gratis für Stellensuchende | Gratis — Suche, Filter, Job-Alarm und Bewerbungs-Tracker kosten nichts |
| Monatspreis | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | CHF 15 — alle sechs Werkzeuge, ein Abo |
| Jahrespreis | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | CHF 95 im Jahr (= CHF 7.92 im Monat) — dieselben sechs Werkzeuge |
| Gratis testenUnsere sieben Tage sind der volle Funktionsumfang, nicht eine eingeschränkte Vorschau. | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | 7 Tage voller Zugang, monatlich kündbar |
| Was ohne Zahlung gehtWir schreiben die Grenze hin, weil das die Zahl ist, die ein Vergleich sonst weglässt. | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | Werkzeuge ohne Konto öffnen; Gratiskonto: 5 Dokumente/Tag, 10 pro rollender Woche |
| Währung | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | CHF |
| AbrechnungAchte bei jedem Anbieter auf Vier-Wochen-Perioden: das sind 13 Abbuchungen im Jahr statt 12. | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | Kalendermonat, jederzeit kündbar |
Stand 4. September 2026. «nicht ausgewiesen» heisst: auf der Anbieterseite nicht lesbar — nicht «gibt es nicht». Unsere Angaben stammen aus dem Code (lib/stripe/trialConfig.ts) und dem live durchlaufenen Ablauf, nicht aus Marketingtexten.
Elf Schweizer Städte, zwei Plattformen, ein Tag
Beide Seiten schreiben über ihre Ergebnisliste eine Trefferzahl. Bei Xing steht sie exakt da («Jobs gefunden»), bei LinkedIn gerundet mit einem Plus. Diese Zahlen sind zwischen den beiden Anbietern nicht sauber vergleichbar — sie zählen unterschiedlich, runden unterschiedlich und definieren den Umkreis einer Stadt unterschiedlich. Was sich sehr wohl vergleichen lässt, ist das Verhältnis innerhalb einer Plattform: Wie steht Zürich zu Lausanne, auf Xing und auf LinkedIn?
Auf Xing sah das am 25. August 2026 so aus: Zürich gut fünftausend, Basel knapp zweitausendsiebenhundert, Bern gut neunzehnhundert, Luzern knapp vierzehnhundert, Winterthur und St. Gallen je gut tausend. Und dann fällt es ab: Genf 125, Neuchâtel 53, Lausanne 42, Sion 15, Lugano 11. Zwischen Zürich und Lausanne liegt auf Xing damit ungefähr der Faktor 127.
Auf LinkedIn am selben Tag: Zürich über neunundzwanzigtausend, Basel über fünfundzwanzigtausend, Bern über zweiundzwanzigtausend, Lausanne über elftausend, Genf über fünftausend, Lugano 963. Zwischen Zürich und Lausanne liegt hier grob der Faktor zweieinhalb. Genau das ist der Unterschied, um den es geht: Nicht dass Xing kleiner ist — das wäre zu erwarten —, sondern dass Xing westlich und südlich der Sprachgrenze fast vollständig verschwindet, während LinkedIn dort weiterarbeitet.
Auch innerhalb der Deutschschweiz lohnt der zweite Blick. Für die Städte mit ausgeprägtem Konzern- und Pharmaumfeld ist der Abstand zwischen den beiden Plattformen am grössten; für Winterthur, St. Gallen und Luzern liefert Xing immerhin je gut tausend Treffer, was für eine Zweitrecherche reicht. Wer in Zug, Baar oder Cham sucht, findet auf Xing ebenfalls Inserate — in unserer Abfrage tauchten Arbeitgeber wie die Spitex Kanton Zug in den Ergebnislisten auf.
Xing kennt «Schweiz» nicht als Suchraum
Der auffälligste Befund kam nicht aus einer Städteliste, sondern aus dem naheliegendsten Versuch überhaupt. Wer bei Xing als Standort «Schweiz» eingibt, bekommt eine Ergebnisliste mit über einer halben Million Treffern — und auf der ersten Seite Stellen in Hamburg, Berlin, Magdeburg, Bremen, Braunschweig, Wien und Villach, mit Löhnen in Euro. In der Seitenspalte steht dabei sauber «Suchgebiet: Nur in Schweiz». Die Städtesuche funktioniert («Genève» liefert Genfer Stellen in Franken, «Bellinzona» eine Handvoll), die Landessuche nicht. Wer Xing zum ersten Mal für die Schweiz benutzt, macht also mit hoher Wahrscheinlichkeit als Erstes genau die Eingabe, die nicht funktioniert.
Dazu passt der zweite Befund. Xing gibt es auf Deutsch und auf Englisch — sonst nichts. Die Adressen xing.com/fr und xing.com/it leiten beide auf die englische Startseite um, und selbst wenn man die Ergebnisliste für Lausanne mit französischer Spracheinstellung aufruft, kommt die Seite auf Deutsch zurück, mit «Vollzeit», «Karriere-Stufe» und «Gehalt» als Filterbeschriftung. LinkedIn hat für dieselben Städte eigene Sprachfassungen: In der französischen Fassung steht über der Liste für Lausanne «offres d'emploi» mit einer Zahl über elftausend, in der italienischen für Lugano «930 offerte di lavoro».
Das ist kein Versäumnis, sondern das Geschäftsmodell. Auf der eigenen Recruiting-Seite beschreibt Xing seinen Talentpool als «21 Millionen Talente im deutschsprachigen Raum» und nennt als Kennzahl «21 Mio. XING Mitglieder in D-A-CH». Das «CH» darin ist die Deutschschweiz — Xing verspricht die Romandie und das Tessin gar nicht erst. Zum Vergleich beschreibt sich LinkedIn auf seiner eigenen Über-uns-Seite als «the world's largest professional network with more than 1 billion members in more than 200 countries and territories worldwide»; das Unternehmen gehört seit Dezember 2016 zu Microsoft.
Für ein Land mit vier Landessprachen ist das der entscheidende Unterschied. Die offizielle Landeskommunikation des Bundes hält fest: «Für über 60% der Bevölkerung ist Deutsch die Hauptsprache.» Der Rest verteilt sich auf die Romandie, das Tessin und Nichtlandessprachen — und dieser Rest ist der Teil der Schweiz, in dem ein reines DACH-Netzwerk keine Rolle spielt.
Was hinter den Schweizer Treffern auf Xing steckt
Wir haben aus drei Xing-Ergebnislisten die Bewerbungslinks ausgelesen, die in den Inseraten hinterlegt sind. Bei der Zürcher Liste trugen 13 von 15 dieser Links eine Markierung, die die Herkunft verrät: Der Link führt weg von Xing auf eine andere Seite und meldet dieser, dass der Klick von xing.com kam. Bei der Pflege-Liste waren es 14 von 15, bei der Genfer Liste 19 von 19.
Die Ziele sind aufschlussreich. In Zürich landeten die Links unter anderem bei jobimpuls.ch, rocken.jobs, stbpersonal.ch, workmanagement.ch und zentraljob.ch; bei den Pflegestellen bei stadt-zuerich.ch, zentraljob.ch, clickjob.ch und sozjobs.ch; in Genf gingen acht von neunzehn zu ch.talent.com, einem Sammler, dazu Coop, Globus, Richemont und Vontobel. Mehrere Treffer sind zusätzlich offen als «Externes Job-Angebot. Von einem Partner.» beschriftet. Der Schweizer Bestand auf Xing ist also zu einem grossen Teil nicht dort entstanden, sondern eingesammelt — was erklärt, warum Genf überhaupt 125 Treffer hat und warum sie so anders aussehen als die Zürcher.
Ein Detail sollte man kennen, bevor man eine Xing-Zahl für bare Münze nimmt: Die Lohnangaben in Franken, die auf den Schweizer Inseraten stehen, kommen nicht vom Arbeitgeber. Xing nennt sie «Gehalts-Prognose» und schreibt in der Legende «Geschätztes Durchschnitts-Gehalt für vergleichbare Positionen». Auf einer Zürcher Pflegestelle stand so «95.000 CHF – 108.000 CHF», ohne dass das Inserat selbst einen Lohn nennt. Als Orientierung ist das nützlich, als Verhandlungsgrundlage nicht.
Und wie LinkedIn hat auch Xing kein Feld für das Schweizer Pensum: Bei einer Stelle der Stadt Zürich, deren Titel «80–100 %» lautet, stand unter «Art der Beschäftigung» schlicht «Vollzeit». Die Prozentzahl überlebt nur im Titel, den der Arbeitgeber selbst geschrieben hat.
Wofür Xing trotzdem taugt
Drei Dinge kann Xing, die man nicht wegdiskutieren sollte. Erstens den deutschen und österreichischen Arbeitsmarkt: Wer aus der Schweiz nach Deutschland zurückwechseln will, wer bei einem deutschen Mutterhaus intern sichtbar sein möchte oder wer als Grenzgänger in beide Richtungen schaut, hat dort ein Netzwerk, das LinkedIn im deutschen Mittelstand nicht überall ersetzt. Die Landessuche, die für die Schweiz nicht funktioniert, funktioniert für Deutschland tadellos.
Zweitens die Sprache. Xing ist ein deutschsprachiges Produkt für deutschsprachige Nutzer; Profil, Suche und Nachrichten sind auf Deutsch gedacht und nicht aus dem Englischen übersetzt. Für jemanden, der sich auf Englisch unwohl fühlt, ist das ein echter Vorteil — LinkedIn bleibt auch in der deutschen Oberfläche ein amerikanisches Produkt, und die deutschen Hilfetexte hinken den englischen hinterher.
Drittens die Sichtbarkeit ohne Konto. Die Gehalts-Prognose, das Erscheinungsdatum und der volle Anzeigentext sind auf Xing offen lesbar, und die Plattform gibt ihre Kennzahlen zur Erreichbarkeit selbst an: «30 % Antwortrate auf Recruiter·innen-Anfragen» und «20 Mio. Stellenmarkt-Besuche pro Monat» stehen als eigene Angaben auf der Recruiting-Seite. Was ein Xing-Profil in der Schweiz konkret einbringt, sagen diese Zahlen allerdings nicht — sie gelten für D-A-CH zusammen.
Was man Xing dagegen nicht mehr zuschreiben sollte, ist die Rolle als Netzwerk. Die eigene Startseite trägt heute den Titel «XING - Finde den Job, der zu Dir passt. Oder lass Dich finden!», und was dort beworben wird, sind Jobsuche, Job-Wünsche und Lebenslauf-PDF. Xing ist zuerst eine Stellenplattform und erst danach ein Netzwerk. Wer Kontakte sucht, sucht sie inzwischen anderswo.
Was in der Schweiz wirklich über die Bewerbung entscheidet
Beide Netzwerke sind für den Schweizer Arbeitsmarkt ein Zwischenschritt und nicht das Ziel. In unserem eigenen Inseratebestand führt kein einziges Inserat zur Bewerbung auf Xing, und die Zahl derer, die zu LinkedIn führen, ist so klein, dass sie gerundet null Prozent ergibt. Gut 38 Prozent der Bewerbungslinks zeigen auf eine .ch-Adresse, der Rest auf Bewerbungssysteme und Karriereseiten der Arbeitgeber. Die Bewerbung landet in der Schweiz fast immer auf einer Firmenseite oder in einem Bewerbungssystem — die Plattform ist der Weg dorthin.
Der zweite Punkt ist die Geografie. Von den Inseraten in unserem Bestand, die sich einem Kanton zuordnen lassen, liegen 18,9 Prozent in Genf, der Waadt, dem Tessin, Neuenburg oder dem Jura; nimmt man die zweisprachigen Kantone Wallis und Freiburg dazu, sind es 24,7 Prozent. 15,5 Prozent aller Inserate mit erkennbarer Sprache sind auf Französisch oder Italienisch geschrieben. Das ist die Grössenordnung des Marktes, den ein reines DACH-Netzwerk auslässt — und der Grund, warum die Antwort auf diese Frage in Lausanne eine andere ist als in Winterthur.
Der dritte Punkt betrifft das Bewerbungsdossier. Weder ein Xing- noch ein LinkedIn-Profil bildet ab, was in der Schweiz eingereicht wird: Arbeitszeugnisse und Zwischenzeugnisse, das Pensum in Prozent, die Bewilligung B, C oder G bei ausländischem Pass, Sprachniveaus als B2 oder C1 statt «verhandlungssicher». Ein Profil ist eine Visitenkarte, ein Dossier ist etwas anderes — und in der Schweiz zählt das Dossier.
Kurz: wer was nutzen sollte
Deutschschweiz, Fach- oder Führungsposition: LinkedIn als Erstes, Xing als gepflegtes Zweitprofil, wenn es schon existiert. Neu anlegen lohnt sich nur, wenn deutsche oder österreichische Arbeitgeber in deiner Zielliste stehen.
Romandie oder Tessin: LinkedIn, und für die Suche selbst die Schweizer Portale in deiner Sprache. Ein Xing-Profil bringt dort nach unserer Abfrage nichts — 42 Treffer für Lausanne und 11 für Lugano sind keine Grundlage für eine Stellensuche.
Aus Deutschland zuziehend oder als Grenzgänger: beide behalten, aber die Rollen tauschen. Xing für alles, was auf der deutschen Seite der Grenze liegt, LinkedIn für die Schweiz. Und rechne damit, dass der Schweizer Teil deines Profils zusätzlich Angaben braucht, die es in Deutschland nicht gibt — Pensum statt Vollzeit-Teilzeit, Ferien statt Urlaub, Lohn in dreizehn Monatslöhnen gedacht.
Handwerk, Pflege, Verkauf, Gastronomie: Beide Netzwerke sind hier zweite Wahl. Auf Xing standen die Zürcher Pflegetreffer überwiegend bei Personalvermittlern, und die Bewerbungslinks führten ohnehin auf Schweizer Portale und Spitalseiten weiter. Geh dort direkt hin.
Für die Suche selbst braucht es am Ende einen Ort, an dem Schweizer Inserate in allen vier Sprachregionen nach Kanton und Pensum filterbar sind — bei uns ist das ohne Konto möglich.
Alle Plattformwerte am 25. August 2026 ohne Konto von den öffentlichen Seiten abgelesen: bei Xing aus der Zeile «Jobs gefunden» der Standortsuche, bei LinkedIn aus der Kopfzeile der öffentlichen Städteseiten, wo die Zahl gerundet mit einem Plus erscheint. Die beiden Zahlenreihen sind deshalb nicht gegeneinander aufrechenbar; verglichen wird das Verhältnis der Städte innerhalb einer Plattform. Ergebnislisten wechseln im Tagesverlauf, die Abfrage ist eine Momentaufnahme. Die Herkunft der Bewerbungslinks stammt aus je einer Ergebnisliste für Zürich, für Pflegestellen in Zürich und für Genf. Unsere eigenen Werte sind Anteile aus dem Inseratebestand, der am 25. August 2026 auf SwissJobs.app offen stand; Kantone wurden über Ortsangaben zugeordnet, veröffentlicht werden ausschliesslich Anteile.
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Quellen
- XING — öffentliche Stellensuche, Standort Zürich
- XING — öffentliche Stellensuche, Standort Lausanne
- XING Recruiting «Über uns» — 21 Mio. Mitglieder in D-A-CH
- XING — englische Startseite (xing.com/fr und /it leiten hierhin um)
- LinkedIn — öffentliche Stellenliste Zürich
- LinkedIn — französische Stellenliste Lausanne
- LinkedIn — italienische Stellenliste Lugano
- About LinkedIn — Selbstbeschreibung und Microsoft-Übernahme
- EDA, Präsenz Schweiz — Sprachen in der Schweiz
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Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
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- Français
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- 3%
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- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%

